Im Herbst 2005 habe ich - mehr durch Zufall, als bewusst - bei Amazon die “Lauda” über den Hl Franziskus von Assisi von Angelo Branduardi mit dem Titel “L'Infinitamente Piccolo“ oder “Das unendlich Kleine” gefunden.

 

Dort hat Angelo Branduardi versucht die wichtigsten Lebensabschnitte des Heiligen als Lieder abzubilden.

Das erste und das letzte Lied auf dieser CD ist dem wohl großartigsten und schönsten religiösen Gedicht bzw. Gebet gewidmet, das ich kenne.

 

Der Sonnengesang!

 

Diese, so ursprüngliche, geradlinige, aufrechte und vielleicht sogar kindlich naive Gläubigkeit, die Franz von Assisi mit wundervollen Worten ausdrückt, hat mich mehr als tief bewegt!

Die Wahrheit, die dieser junge Mann aus Umbrien für sich und auch für mich entdeckt und niedergeschrieben hat, kommt direkt aus dem Herzen und berührt die Seele der Menschen auf eine unnachahmliche Weise.

Wie schön, dass ein Engel diesen Worten seine Stimme geliehen hat (auch wenn die deutsche Sprache nicht unbedingt zu seinen Stärken zählt - mir gefällt es trotzdem).

Und während ich diese Bilder gemalt habe - habe ich auch ständig die Stimme dieses “Engels” gehört - ich denke man merkt das auch ...

 

Es war aufregend und spannend für mich, diese Bilder zu malen. Es war auch das erste mal, dass ich einen 12 teiligen Zyklus zu einem einzigen Thema gemalt habe.

Die Bilder sind auch als “Einheit”, als “Ganzes” zu sehen, obwohl sie sich teilweise sogar gravierend in der Malweise unterscheiden.

So sind die ersten Bilder ziemlich konkret gehalten (um wieder einmal Heinrich Wölflin zu belangen - da habe ich gezeichnet) während in den hinteren Bildern das malerisch-abstrakte Element sicherlich überwiegt. Ganz wie der Sonnengesang selbst, der in den ersten Strophen viel konkreter ist als in den Letzten.

Als einziges Zitat habe ich im “Sonnengesang 8” das berühmte Sujet von Jean-Franzois Millet “Angelus” eingefügt - es erschien mir passend, weil es in meinen Bildern ja nur so wimmelt vor Engeln und ich auch keine bildhafte Darstellung kenne, die Demut und Gottesfürchtigkeit besser ausdrückt als dieses großartige Meisterwerk von Millet. (Nicht umsonst ist dieses Sujet auch dauern von Dali verwendet worden.)

 

... und weil du mich liebst und mir das größte Glück geschenkt hast

 seist du gepriesen

mein guter Herr ... mit all meinen Bildern ...

 

artex fecit, februar 2006  



Sei gepriesen guter Herr, Dir allein gebührt die Ehre
Dich zu nennen ist kein Mensch würdig genug 
Dein sei Ruhm und Herrlichkeit 
Und der höchste Lobgesang 
Denn die Früchte deiner Schöpfung, 
sie sind gut.

Sei gepriesen guter Herr 
Mit all Deinen Geschöpfen 
Schwester Sonne schenkt den 
Tag und gibt uns Licht 
Sie erstrahlt in Deinem Glanz 
Ist der Spiegel Deiner selbst 
Und sie spendet ihre Wärme (uns) durch Dich.  


Sei gelobt mein guter Herr Durch Bruder Mond 
Und seine Sterne Die am Himmel Du geformt 
Hast klar und schön  


Sei gelobt durch Bruder Wind 
Durch die Wolken, Luft und Wetter 
Durch die Du den Geschöpfen 
Leben schenkst.  


Sei gepriesen, Du mein Herr 
Durch die Schwester Wasser 
Die so nützlich ist So kostbar und so rein  


Sei gebot durch Bruder Feuer 
Durch (den) Du die Nacht erhellst 
Er ist heiter, er ist kraftvoll, 
 stark und fein. 


Sei gepriesen guter Herr durch unsere Mutter Erde 
die uns nährt, die uns erhält und die uns lenkt 
die so ungezählte Früchte und so viele bunte Blumen 
und die uns so mannigfaltig 
leben schenkt.  


Auch durch jene, die vergeben 
Nur um Deiner Liebe wegen 
Die den Schmerz ertragen, 
Krankheit und die Not 
Sei gelobt durch die glauben 
Und in Frieden Dir vertrauen  


Denn sie werden ewig
Leben nach dem Tod  


Du bist Anfang Du bist Ende 
Alles lebt durch Deine Hände 


Und für alle Deine Liebe will ich danken 
Gib uns Kraft Dein Licht zu sehen 
Und auf Deinem Weg zu gehen  


Du bist Glaube, Liebe, Hoffnung, 
- Du bist Leben.

 

 



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