Ja, es gibt viele Schöpfungsgeschichten – wahrscheinlich so viele, wie es Religionen gibt, oder sogar noch mehr. Es ist anscheinend ein genetisch bedingtes Bedürfnis, dass die Menschen versuchen, ihre Herkunft irgendwie zu erklären, oder, was mir viel besser gefällt (weil es einfach sinnlicher ist), begreiflich zu machen.

Und nun füge ich diesem Reigen von Geschichten, dessen Ursprung lange vor dem Olymp liegt und über Asgard, das christliche Paradies, das Nirwana etc. etc.  hin zur "modernen" Urknalltheorie" führt,  noch eine weitere Version hinzu. 

Das werden manche für unnötig halten – aber das ist mir ziemlich einerlei – ich hatte ganz einfach Lust, dieses Thema zu bearbeiten und, was meine Geschichte von den anderen unterscheidet (was sie sozusagen einzigartig macht) ist, dass sie weniger von Religionen und Wissenschaft, als vielmehr von einem ganz bestimmten Kunstwerk inspiriert wurde.

 

 

Das Kunstwerk von dem ich hier rede, ist kein geringeres, als die Auferstehungsszene vom Isenheimer Altar des Meister Matthis – Neidhart Gotthard Grünewald. (Wie immer er auch hieß, er war ein begnadeter Maler – ein Titan der Kunstgeschichte!)

Christus hat in diesem Bild den Status der "Menschlichkeit" bereits hinter sich gelassen und ist jetzt nur noch Gott, der sich von der Erde (also von der Schöpfung) entfernt. Das Einzige, was ihn noch mit der Erde und der Menschlichkeit (den Wächtern) verbindet, ist sein Leichentuch.

Ein Tuch, das mit einem unglaublichen Faltenwurf eine Brücke zwischen Gott und den Menschen bildet. Auf diesem Tuch findet man aber auch das gesamte Farbspektrum wieder – und ich glaube, dass diese "Buntheit" ein Symbol für die Schöpfung ist.

Ich zitiere Grünewald (und verneige mich dadurch vor seiner Meisterschaft) v.a. im 1. Bild meiner Genesis, indem ich "sein" Leichentuch Christi (also den stillen Zeugen der Auferstehung) vor einen schwarzen Hintergrund stelle. (Das Tuch kommt auch auf allen anderen Bildern in irgendeiner Form immer wieder vor.)

Ich zitiere ihn aber nicht nur, ich setze auch einen Kontrapunkt, indem ich in die Schöpfungsgeschichte bereits die Auferstehung integriere, und somit auch die "Erlösung".





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